s' Laufner Fasnachts Variété
s' Räbeli

d'BZ brichtet

Basellandschaftliche Zeitung vom 28. Januar 2013:

Es gab Standing Ovations für die letzte Räbeli-Ausgabe, die einmal mehr die Lokal-Prominenz auf Korn nahm. Dass das Publikum am Ende stehend applaudierte, waren für die wunderbare Schau und die 13 Jahre gedacht.
von Roland Bürki

Für das Laufner Fasnachtsvarieté ist nach 13 Jahren fertig lustig. Noch einmal zog es in «so ne Circus» die Promis durch die Arena. Was 1999 den Köpfen von fünf Laufner Freunden entsprang und 2001 zum ersten Mal auf der Bühne des Brauereikellers für Furore sorgte, endete an der Premiere vom Samstag als veritables Zirkusfeuerwerk. Auch wenn der angesagte Geruch von Stall, Zuckerwatte und Popcorn nicht gerade in die Nase stach, so explodierten die einzelnen Nummern doch wie Popcorn in der Pfanne. Die spezielle Laufner Idee eines Fasnachtsvarietés aus bunt wechselnden Nummern fand im diesjährigen Zirkusprogramm ihre vollendete Erfüllung.

Leisere Töne des Schnitzelbanks

Fasnacht klassisch servierten die Tambouren und Pfeifer der Pfluderi Fäger mit dem schwierigen, wunderschön vorgetragenen «Luuser», der noch etwas mehr Applaus verdient hätte. Die Tambouren holten zudem mit dem «Ysebähnli» die Dampfromantik ins «Alte Schlachthuus», während die Pfeifer mit einem eigens einstudierten Zirkus-Medley brillierten. Leisere Töne schlug dieses Jahr der Räbeli-Schnitzelbangg an. Die zwei Chinesen im «Cilcus Läbeli» sangen in einer Hommage an die fünf Räbeli-Gründer etwa über Präsident Rainer Meyer: «Dr Lainel jetz denn nümm befiehlt, nümm schleegi Laufnel Lolle spielt, s isch s einzig Kind im Lääbe gschi und gheisse het das Läbeli…»

Auch die Guggenmusik fehlte nicht. Die Chummerbuebe schränzten da mit «O mein Papa» einen drauf, dass der Saal zitterte und schlossen mit dem Titel sicher auch den «Lainel» Meyer ein. Der Zirkus war allgegenwärtig. Vom Affengebrüll am Eingang über den eleganten Zirkusdirektor bis zum Zirkusorchester unter dem Chapiteau. Clown Roli liess die Herzen höherschlagen. Der Stargast bezauberte, verblüffte und holte sich neben Schadenfreude auch Mitgefühl, etwa wenn er nach missglückten Zaubereien ohne Hose dastand. Ganz allein stand am Schluss auch Vizepräsident Patrik Hänggi als «Rossbolle-Sammler» im Arena-Sand. Er sinnierte tief schürfend über seinen letzten Pferdeapfel-Einsatz und mögliche Nachfolger, bevor er sich seinen Rössli-Stumpen anzündete.

Auch die Promis kamen dran

Musikalisch fiel das Hausorchester unter Steve Grütter vor allem mit seiner futuristischen I-Phone-Style-Nummer auf, sorgte aber sonst für den echten Zirkus-Sound. Daneben glänzte der Bandleader in einer Gitarrenstafette und im Schlusslied, wo er Corinne Waldner zur Melodie «O mein Papa» im herzerweichenden «O Räbeli war eine wunderbare Schau» begleitete. Die Promis gingen natürlich nicht vergessen. Sie kamen alle dran. Von Frau Kern über die Stadträte bis zu den beiden Roger, dem quirligen Optiker im Regenmantel und dem «Kamerädli» als Superman. Dass das Publikum am Ende stehend applaudierte, waren für die wunderbare Schau und die 13 Jahre gedacht. Jeannette Gerster, grösster Fan des Räbeli und knapp dem ohne Brille agierenden Messerwerfer Hugi entkommen, klatschte noch lange weiter.

(bz Basel)

2016 © Räbeli - s' Laufner Fasnachts-Variété